Ziel und Konzept: die Solidargemeinschaft

Wir sind…

Gruppenbild-2015

…eine inklusive, solidarische Wohn- und Nachbarschaftsgemeinschaft mehrerer Generationen, die sich ökologisch-nachhaltigen Lebensformen verpflichtet fühlt und aus Alleinstehenden, Alleinerziehenden, Verheirateten, Unverheirateten, Familien mit Kindern unterschiedlicher sozialer Schichten und Kulturen besteht. Die Organisationsform der Gemeinschaft ist die einer eingetragenen Genossenschaft (Amaryllis eG), da wir überzeugt sind, dass diese Rechtsform unseren Zielen und Wünschen an eine Solidargemeinschaft am nächsten kommt.

Wohnen und Leben in der Amaryllis-Wohngenossenschaft

Wir bieten

  • spekulationsfreien, sicheren und günstigen Wohnraum für Mitglieder
  • eine Gemeinschaft, die sich im Prozess (weiter-)entwickelt und im Interesse füreinander wächst und an Kraft gewinnt
  • Mitwirkung und finanzielle Beteiligung an der Amaryllis-Genossenschaft. Damit sind die Bewohner und Mieter gleichzeitig die Eigentümer der Wohnungen bzw. der gesamten Anlage
  • 33 voneinander abgeschlossene Wohneinheiten, davon wurden 6 mit öffentlichen Mitteln des sozialen Wohnungsbaus gefördert (WBS I und II)
  • einen großen Gemeinschaftsbereich mit einem großen und einem kleinen Gemeinschaftsraum, einer Gemeinschaftsküche, einem Gästezimmer, einer gemeinsamen Werkstatt und einem gemeinsamen Gartenhaus (für Gartenwerkzeuge, Fahrräder und anderes)
  • großzügige Außenanlagen mit vielfältigen Begegnungsflächen, Sinnes- und Gemüsegarten (da wir nur sehr wenige oberirdische Stellplätze bereitstellen)
  • ein Mobilitätskonzept, dass nur die Hälfte der sonst vorgeschriebenen Stellplätze vorsieht (und diese zugunsten des Gartens zum größten Teil in die Tiefgarage verbannt) und ein gemeinsames Mitnutzungsmodell für die eingebrachten Fahrzeuge beinhaltet
  • Versorgungssicherheit im Alter durch das gelebte Konzept der gegenseitigen nachbarschaftlichen Hilfe (ohne professionelle Pflegeleistung, die von den Pflegediensten übernommen werden), durch die Kooperation mit der Villa Emma eG sowie dem (geplanten) Erweiterungsbau AmaryllisPLuS mit einer integrierten Pflege-Wohngemeinschaft

Wir erwarten und wünschen uns

  • Respektierung der verschiedenen Lebensentwürfe der Mitglieder
  • Aktive Mitgestaltung des Zusammenlebens
  • Bereitschaft zur Lösung von Konflikten im Interesse des Ganzen
  • Gegenseitige Hilfe und Unterstützung im Alltag
  • Mithilfe bei Krankheit und Pflegebedürftigkeit
  • Mitarbeit in den Selbstverwaltungsgremien der Genossenschaft
  • Bereitschaft zur Umsetzung des Mobilitätskonzepts von Amaryllis (u.a.Reduzierung der Kfz-Anzahl, Kfz-Mitnutzung durch andere BewohnerInnen)
  • Bereitschaft zur Übernahme freiwilliger Einlagen zur Stärkung des Eigenkapitals der Genossenschaft im Rahmen der persönlichen Möglichkeiten

Menschen unterschiedlicher Alters- und Lebensphasen wohnen und leben miteinander in selbst- bestimmter, sozial verantwortlicher und verbindlicher Nachbarschaft. Die individuell gestalteten Wohnungen sind überwiegend altengerecht, das heißt vor allem barrierefrei gebaut. Ebenso ist den Bedürfnissen von Familien und Kindern Rechnung getragen.

Neben den Wohnungen, auf drei Häuser verteilt, wurde auch eine Seniorenetage errichtet, zu dem ein gemeinschaftlicher Wohn-/Essraum und ein großer Gemeinschaftsbalkon gehört.

Die gemeinsam genutzten Außenanlagen und die verschiedenen Gemeinschaftsräume bilden Orte der Begegnung und des Miteinanders, auch im Hinblick auf die übrigen Bewohner des neu entstehenden Viertels.

Die Mitglieder der Gemeinschaft bestimmen selbst, welche Formen das gemeinschaftliche Leben annehmen soll. Die Vorstellungen jedes Einzelnen hinsichtlich Nähe und Distanz, Gemeinsamen und Privatem werden respektiert.

Informationen zur architektonischen Planung und Entwicklung, die in enger Abstimmung und Kooperation mit den zukünftigen BewohnerInnen vorgenommen wurde, finden Sie hier.

33 Wohnungen in einer Gemeinschaft

Beginnend mit dem ersten Spatenstich im November 2006, errichtete die Amaryllis eG auf einer Fläche von ca. 3 500 m² 33 Wohnungen für ca. 70 Personen, darunter Reihenhäuser, Einzelwohnungen und Räume der Seniorenetage. Charakteristisch sind ein über 170 m² großer Gemeinschaftsbereich, Laubengänge, durch die die drei Gebäude miteinander verbunden sind, und weitgehend barrierefreie Bauweise. Die Außenanlagen werden nicht parzelliert.

Das Grundstück befindet sich auf dem Gelände des von der Stadt Bonn und dem benachbarten Sankt Augustin geplanten Wohnparks I in Vilich-Müldorf (Bonn-Beuel), in unmittelbarer Nähe der Haltestelle Vilich-Müldorf der Stadtbahnlinie 66. Es ist über den Öffentlichen Personennahverkehr in kürzester Zeit sowohl von Bonn, Sankt Augustin und Siegburg zu erreichen. Die Gestaltung des Wohnparks ist geprägt durch einen hohen Anteil an Grünflächen und öffentlichen Plätzen. Darüber wurde für das neue Viertel ein Kindergarten und ein sehr beliebter und großer Kinderspielplatz errichtet. Ausgehend von einer Initiative einiger Amaryllis-Bewohner*innen existiert seit 2012 ein wunderschöner nachbarschaftlicher Gemeinschaftsgarten im Übergangsgebiet zwischen dem alten “Dorf” und dem neuen Stadtteil.

Gebaut wurde ökologisch nachhaltig und kostenbewusst. Angesichts der wachsenden Bedeutung von Energie und Klimawandel entschied die Genossenschaft sich für die Errichtung von Häusern mit sehr geringem Energieverbrauch – sogenannten KW-40-Häusern.

Die Mitglieder der Amaryllis eG haben sich entschieden, die Projektdurchführung selbst in die Hand zu nehmen. Mit der architektonischen Planung und der Bauleitung wurde das Büro für Stadtentwicklung und Architektur “Alte Windkunst” in Herzogenrath bei Aachen beauftragt. Das Motto von Dipl. Ing. Birgit Siebenmorgen und Dipl. Ing. Bodo Frömgen-Siebenmorgen: “Man muss mehr machen als nur Architektur” hat die Mitglieder der eG von Anfang an überzeugt. Mehr zur architektonischen Planung und Entwicklung finden Sie hier.

Der Einzug in die neu errichteten Gebäude fand zwischen Sommer 2007 und Anfang 2008 statt.

Ein von der Genossenschaft eigens entwickeltes Mobilitätskonzept sieht vor, dass pro Wohneinheit nur ein “halbes” Auto zugelassen wird. Die Bewohnerinnen und Bewohner von Amaryllis erklären sich bereit, je nach persönlicher Bedarfslage entweder ohne eigenes Kfz auszukommen oder ihr Auto im Rahmen eines vertraglich geregelten Nutzer- oder Miteigentümermodells mit anderen Bewohnern zu teilen.

Übrigens: Die Amaryllis eG ist unabhängig von parteipolitischen, religiösen oder anderen Gruppierungen und fühlt sich ausschließlich den auf dieser Webseite wiedergegebenen Zielen und Prinzipien verpflichtet.

Wohnungskosten

Für den Erhalt der Gemeinschaft, die Finanzierung und den Unterhalt der Wohneinheiten wurde Mitte 2005 die Amaryllis eG als eingetragene Genossenschaft gegründet. Voraussetzung für die Mitgliedschaft in der Amaryllis eG ist die Zahlung eines Eintrittgeldes in Höhe von €100,- und eine einmalige, bei Auszug rückzahlbare (Pflicht-)Einlage entsprechend der Größe der Wohnung (400 Euro/m² für freifinanzierte Wohnungen und 300Euro/m² für öffentlich geförderte Wohnungen). Dieser Betrag entspricht einem Fünftel der Erstellungskosten der gewünschten Wohnung und bildet zusammen mit den freiwilligen und investierten Einlagen von Mitgliedern das Eigenkapital der Amaryllis eG.

Sodann vermietet die Genossenschaft die Wohnung an das Mitglied.

Neben den frei finanzierten Wohnungen werden sechs Wohnungen aus öffentlichen Mitteln gefördert. Für die Nutzung einer solchen Wohnung ist ein Wohnberechtigungsschein erforderlich. Eigentümerin aller Wohnungen ist die Amaryllis eG, also die Genossenschaft, zu der die Bewohnerinnen und Bewohner sich zusammengeschlossen haben. Die Gemeinschaftseinrichtungen, darunter der Gemeinschaftsraum, werden von allen Bewohnern finanziert und unterhalten.

Als Wohngenossenschaft hat die Amaryllis eG das Ziel, ein Nutzungsentgelt (Miete) in der Höhe zu vereinbaren, dass die Kosten der Wohnungen (einschließlich einer Bauerneuerungsrücklage) ausreichend gedeckt werden (= Kostenmiete). Die Miete für die frei finanzierten Wohnungen beträgt 8,70 Euro/m². Für die öffentlich geförderten, sogenannten WBS-Wohnungen beträgt die Miete 5,20 Euro/m².

Darüber hinaus fallen ca. 2 Euro/ m² für Nebenkosten und für den Unterhalt der Gemeinschaftsanlagen an.

Die Mitgliederversammlung vom 21. Mai 2017 beschloss aufgrund der guten wirtschaftlichen Lage der Genossenschaft eine Reduzierung des (Kosten-)Beitrags für die Gemeinschaftsräume von €0,50/m² eigener Wohnfläche auf €0,10/m². In der Höhe reduziert sich nunmehr die Nettomiete für die Wohnungen.

Wenn Sie mehr über gemeinschaftliches Wohnen und Wohngenossenschaften wissen wollen

Mehr Informationen zum genossenschaftlichen Wohnen finden Sie hier (diese Dateien können Sie sich auch herunterladen):

Interesse? Sie möchten mitmachen?

… dann informieren Sie sich auf der Seite Einladung und Leitfaden zum Mitmachen.